Innovationsplan bis 2022

Nach der erfolgreichen Einführung von Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) nach deren Aufnahme in die Spielregeln im März 2018 möchte die FIFA die VAR-Technologie auf allen Stufen des Fussballs weiter verbessern. 

Konsultationsverfahren und Grundsätze

Um wichtige Erkenntnisse zum weltweiten Einsatz der neuen Technologie bei Wettbewerben zu sammeln sowie mögliche Schwächen zu erkennen, hat die FIFA im September 2019 in Zürich mit Vertretern von über 20 Wettbewerbsorganisatoren, der FIFA-Schiedsrichtersubdivision und des IFAB ein VAR-Technologieseminar durchgeführt. Die Teilnehmer identifizierten dabei drei Grundsätze für die Weiterentwicklung der VAR-Technologie:

  • immer mehr und präzisere Informationen zur Unterstützung des Entscheidungsprozesses
  • möglichst effiziente Abläufe bei der Videoüberprüfung
  • erschwinglicher Preis, damit die VAR-Technologie auf allen Stufen eingesetzt werden kann

Ziele und Prioritäten

Basierend auf diesen Grundsätzen wurden für die nächste, bis 2022 dauernde Entwicklungsphase für die VAR-Technologie drei dringende und zwei weniger dringende Ziele festgelegt. Wie die Gespräche mit den Wettbewerbsorganisatoren zeigten, kann künstliche Intelligenz bei diesen Zielen eine wichtige Rolle spielen. Auch neue Technologien etwa zur Erfassung von Gliedmassenbewegungen oder zur automatisierten TV-Produktion könnten bei der Weiterentwicklung der VAR-Technologie auf allen Stufen des Fussballs helfen.

Innovationsplan und Berichterstattung

Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der VAR-Technologie anhand dieser drei Prioritäten diente die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2019™ als erste offizielle Testveranstaltung für den bis 2022 dauernden Innovationsplan. In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Wettbewerbsorganisatoren werden 2020 weitere Veranstaltungen festgelegt, bei denen neue und bestehende Technologien getestet bzw. weiterentwickelt werden können. Eine Zusammenfassung der Testergebnisse und einen Antrag für Tests für 2021 werden bei der IFAB-Jahresgeschäftssitzung Ende 2020 präsentiert und anschliessend allen Wettbewerbsorganisatoren abgegeben, die VAR einsetzen oder sich dafür interessieren.

Erste Testveranstaltung - FIFA Club World Cup Qatar 2019

Zweite Testveranstaltung - KNVB Campus

Zusammenarbeit mit Wettbewerbsorganisatoren

Die FIFA will bei diesem Vorhaben mit Wettbewerbsorganisatoren zusammenarbeiten, die sich direkt an der Entwicklung der nächsten Generation von VAR-Technologie beteiligen möchten. Aus diesem Grund hat sie mit den betreffenden Wettbewerbsorganisatoren eine FIFA-Arbeitsgruppe für Innovationen gebildet, die als Pilotprojekt bis 2022 anhand klarer Ziele die VAR-Technologie 2.0 entwickeln wird. In dieser Gruppe werden die nächsten Entwicklungsschritte erörtert und koordiniert, Erfahrungen ausgetauscht und neue Ideen geprüft. Die FIFA hat mit jedem Mitglied der Gruppe eine Grundsatzvereinbarung abgeschlossen, in der sich die Parteien zur engen und transparenten Zusammenarbeit verpflichten, um die gesteckten Ziele termingemäss zu erreichen.

Wer gehört zur Arbeitsgruppe für Innovationen?

Alle Mitglieder verfügen über VAR-Erfahrung, möchten die FIFA bei der Entwicklung der nächsten Generation von VAR-Technologie aktiv unterstützen und haben mit der FIFA eine Grundsatzvereinbarung abgeschlossen. Es handelt sich um folgende Parteien (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Afrikanische Fussballkonföderation (CAF)
  • Asiatische Fussballkonföderation (AFC)
  • Australischer Fussballverband (FFA)
  • Französischer Fussballverband (FFF) 
  • Brasilianischer Fussballverband (CBF)
  • Deutscher Fussball-Bund (DFB)
  • Deutsche Fussball Liga (DFL)
  • Major League Soccer (MLS)/Professional Referee Organization (PRO)
  • Niederländischer Fussballverband (KNVB)
  • Polnischer Fussballverband (PZPN)
  • Premier League (EPL)/Professional Game Match Officials Limited (PGMOL)
  • Spanischer Fussballverband (RFEF)
  • Südamerikanische Fussballkonföderation (CONMEBOL)
  • Union der europäischen Fussballverbände (UEFA)